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Gott spricht: Ich schenke euch ein neues Herz,
und lege einen neuen Geist in euch.
(Der Prophet Hesekiel 36, 26)

"Wie soll das gehen?", frage ich mich. Weil ich weiß, wie schwer es fällt, schon kleine Gewohnheiten zu ändern, erst recht, einen Neustart zu wagen in den kleinen und großen Bereichen meines Lebens.

Der Prophet Hesekiel hat im Auftrag Gottes klare Ansagen zu machen. Keine leichte Aufgabe! Erst recht nicht, wenn er diese an Gottes Volk richten soll, an Leute "mit trotzigem Gesicht und hartem Herzen". (Hes. 2, 4) Hesekiel stammt aus einer Priesterfamilie und gehört zu den ersten, die von Israel nach Babylon weggeführt wurden. Führende Persölichkeiten suchen seinen Rat. Mit immer wieder neuen Bildern verkündet er die ihm von Gott aufgetragene Botschaft. Das Volk Israel will diese Worte nicht hören und lehnt sich gegen den Propheten auf. Da hinein macht Gott sein Angebot: Es geht um eine tiefe Beziehung, um ein Leben, das sich ganz auf sein Gegenüber einlässt und sich nach ihm ausrichtet. Gott schenkt seinem Volk das, was es für eine lebendige Beziehung braucht: "Ich nehme das Herz von Stein aus ihrer Brust und gebe ihnen ein Herz von Fleisch". (Hes. 11, 19)

Dieses Schöpfungshandeln nimmt Stefanie Bahlinger in ihrer Grafik in den Blick. Über ein dunkles, abgestorbenes Herz schiebt sich ein blutrotes, lebendiges. Im Hintergrund entdecken wir eine Zielscheibe. Beide Herzen zielen darauf. Doch nur das rote trifft die goldene Mitte. Wer lässt sich schon gerne sagen, dass er am Ziel seines Lebens vorbeischießt? In Gottes Augen, so Hesekiel, ist das Volk lebendig tot. Doch er steht zu seiner Verheißung: "Auf gute Weide will ich sie führen, im Bergland Israels werden ihre Weideplätze sein. (Hes. 34, 14) Worte voller Hoffnung, die aber zugleich signalisieren, dass das Volk sich nicht selber retten kann.

Heißt das, dass ich mich selbst aufgeben muss, um vor Gott bestehen zu können? Das ist ein Zumutung in einer Zeit, in der Selbstbestimmung und Unabhängigkeit als die erstrebenswerten Ziele gelten. Um im Bild der Künstlerin zu bleiben: Sünde ist Zielverfehlung. Sie trennt uns von Gott und von Menschen. Doch wir tun uns heute schwer, von Schuld oder sogar Sünde zu reden. Umso größer ist unsere Sehnsucht nach Veränderung und Heilsein.

In der goldenen Mitte der Zielscheibe sehen wir ein Kreuz. Das ist der heilsame Ort, an dem sich Himmel und Erde, Gott und Mensh begegnen. Mit dem Kreuz legt Gott selber den Grundstein für meine Umkehr und Verwandlung. Mehr noch: für die Neuschöpfung.

Leben Menschen, die das erkennen, fortan als Heilige? Sie leben als Heilige im Sinne von: sie gehören Gott, der sie heil macht von allem, was sie von ihm trennt. Wenn ich das erkenne, bleibt nicht alles beim Alten. Das rote Herz streckt sich dem Licht entgegen, wächst in ein neues Leben hinein und wird überstrahlt vom goldenen Streif am rechten Rand. Gold steht für das Ziel meines Glaubens: ewig in der unmittelbaren Gegenwart Gottes zu leben. (Text gekürzt)

Motiv: Stefanie Bahlinger
Auslegungstext: Renate Karnstein

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