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Besinnung

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Christus spricht:
Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit
und habe den Schlüssel des Todes und der Hölle.
(Wochenspruch zu Ostern, Offenbarung 1, 18)

Was heißt eigentlich Auferstehung?
Christen glauben an die Auferstehung der Toten. Auferstehung, das bezeichnet eine große Hoffnung, eine Verheißung, die ein ganzes Leben umkehren kann. Die Gerechtigkeit, Sinn und Zuversicht wirkt, wo ein Leben vielleicht unter noch so schlechten Bedingungen steht.
Auferstehung kann mißverstanden werden und die Assoziation nahe legen, sich noch einmal erheben zu können in dieser Welt. Doch nichts kann die Endgültigkeit und die Dramatik des Todes nehmen. Der Tod ist eine unumgängliche Zäsur - unausweichlich und unumkehrbar. Der Tod ist das endgültige Ende unserer irdischen Existenz, zugleich bildet er den Übergang in eine neue andere Wirklichkeit unter neuen Vorzeichen. Auferstehung bezeichnet das Ein- und Aufgehen in diese neue Wirklichkeit.
Statt von Aufersteheung kann man auch von Vollendung sprechen. Vollendung lenkt den Blick darauf, dass unser irdisches Leben unter einem Vorbehalt steht. Selbst das erfüllte und gelungene Leben unterliegt der Endlichtkeit, der Beschränkung in Zeit und Raum. Menschen sehnen sich nach einer Befreiung von diesen Einschränkungen. Nach einer neuen Wirklichkeit, die den Menschen heilt und befreit von dem, was ihn quält und daran hindert, Mensch zu sein: von Krankheiten; von Mächten, die ihn verleiten und zum Unmenschen machen; von Mutlosigkeit; von der Unfähigkeit sich anderen mitzuteilen, überhaupt von der quälenden Sorge um das Morgen; von Abschieden. Jesus verwendet für seine Zeitgenossen ein leicht verständliches Bild, er sprach vom Reich Gottes, das Freude, Gemeinschaft, Teilen, Sattwerden in der Verbundenheit mit Gott bedeutet. Auferstehung in das Reich Gottes bedeutet die endgültige Aufhebung all dessen, was uns einschränkt: Unendlichkeit statt Endlichkeit, Gemeinschaft statt Vereinsamung, Erfüllung statt Enttäuschung, Liebe und Fürsorge statt Ablehnung und Ausgrenzung.
Auf erstehung bedeutet nicht, das sowieso alles gut wird, dass die Taten und Ereignisse unseres Lebens keine Bedeutung haben, dass wir Verantwortung aus der Hand legen können. Auferstehung als Vollendung ist die Hoffnung und das Versprechen, dass bei Gott Heil wird, was im Unheil ist.

Andreas Bolha



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