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Liebe Gemeinde,

Der Regenbogen über dem Block - nein: über den Menschen, die in diesem Haus wohnen. Letzteres klingt viel besser.
Mit dem Regenbogen verbinden wir so viel. Die Vielfalt der Farben. Sonne und Regen. Ein Sommerregen. Licht, welches sich in den Wassertropfen bricht. Noah und seine Arche. Der Bund Gottes mit den Menschen. Die Verbindung von Himmel und Erde.
Im Frühjar stand dieser Regenbogen über unserem Wohngebiet. Sicher erinnern sich einige. Es ist ein schönes Naturschauspiel gewesen, weil die Farben des Bogens so stark leuchteten. Als solches ist es physikalisch gut zu beschreiben. Die Wassertropfen bilden das Prisma, in dem das Licht der Sonne bricht. Wir freuen uns an dem Anblick und stehen still. Wir genießen diesen Anblick und halten ihn in unserem Gedächtnis fest. Unsere Seele tankt auf. Es kommt etwas zum Schwingen, was über die rein naturwissenschaftliche Betrachtung hinausgeht. Es wird eine Dimension in uns angesprochen, die uns als Menschen auch charakterisiert. Wir empfinden.
Und es gibt die theologische Dimension. Die alte Geschichte von Noah, der Sintflut und dem Regenbogen als Zeichen des Bundes zwischen Gott und den Menschen ist eine der bestbekanntesten Storys aus alten Zeiten. Dabei steht der Bogen am Ende einer tragischen Geschichte. Es ist das Versöhnungszeichen Gottes. Man könnte fast denken, er musste dieses Zeichen setzen. Denn ER war über die Menschen so wütend, dass er fast alles Leben auf der Erde - seiner Schöpfung - ausradieren wollte. Es gereut ihn dann aber und er wagt mit Noah und den Überlebenden einen Neuanfang. Als Zeichen dafür dann der Regenbogen, der IHN mit uns verbindet.
Der Bogen steht gleichsam eines Schutzschirmes über dem Haus mit den Menschen darin. Gott hält seine Hand überuns. Er beschützt uns. Auch das sagt dieser wunderschöne bunte Regenbogen. Bleiben Sie behütet.

Ihr Thomas Doyé